1 | Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

2016: Stärken stärken.

Über Bedarfe und Resilienzfaktoren von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) ist wenig bekannt. Dabei ist die Notwendigkeit, ihre physische und psychische Verfassung zu stabilisieren, groß. Dazu führen wir 2016 eine Studie durch. Aus der Praxis ergeben sich zwei Anforderungen an wissenschaftliche Untersuchungen zu UMF. Erstens sollen Bedarfe und Ressourcen benannt werden. Eine bedeutende psychologische Ressource ist ein Gefühl von Zugehörigkeit. Zweitens sollen evidenzbasiert empowerment- und partizipationsstärkende Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt werden. Unsere Studie folgt einem partizipativen Forschungsansatz und zielt darauf ab, soziale Wirklichkeit partnerschaftlich zu erforschen und zu beeinflussen (von Unger, 2014). Eingesetzt wird die Methode Photovoice (Wang & Burris, 1997). Bei Photovoice fotografieren Teilnehmende nach einem Auftrag ihre Umgebung, reflektieren dann ausgewählte Fotos in Fokusgruppen und veröffentlichen danach die Ergebnisse in Form einer Ausstellung. Die Methode ist gut geeignet weil sie kontextsensitiv und relativ sprachungebunden ist. Gleichzeitig wird den Jugendlichen durch Photovoice eine Stimme gegeben, sie werden gesellschaftlich sichtbarer gemacht und können die Ergebnisse dieser Studie bei der Entwicklung ihrer Zukunftsperspektiven einbringen.

Forschungsfragen
  • Welche Bedarfe und Ressourcen haben UMF?
  • Empfinden UMF Zugehörigkeit zu Deutschland?
  • An welchen (Umwelt)faktoren orientieren sie sich dabei?
  • Werden die UMF durch Photovoice empowert?

Hier finden Sie die komplette Studienkonzeption.

Die Studie wird in Kooperation mit dem EMPOWERMENT & SHARING-Programm mit PEPP Berlin e.V. durchgeführt:

www.pepp-berlin.de

Literatur

von Unger, H. (2014). Partizipative Forschung: Einführung in die Forschung-spraxis. Wiesbaden: Springer VS.

Wang, C., & Burris, M. A. (1997). Photovoice: concept, methodology, and use for participatory needs assessment. Health Education & Behavior, 24(3), 369–387. doi: 10.1177/109019819702400309